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10 Jahre Freundeskreis Barockkirche Zwillbrock e.V.
12. September 2004: Toranlage fertiggestellt und neue Skulptur
Am Sonntag, den 12. September 2004 waren die Mitglieder
des Freundeskreises Barockkirche Zwillbrock
zur Feier anlässlich des 10-jährigen Bestehens eingeladen. Der Tag
begann mit einem Festhochamt, das Kreisdechant Wilfried Theissing aus Borken
zelebrierte und vom vom Madrigalchor Vreden gestaltet wurde.
Nach dem Gottesdienst übergab der Vorsitzende des Freundeskreises Bernhard
Becking der Pfarrgemeinde die neu erstellte Toranlage zum Pfarrgarten, die einige
Tage zuvor fertig gestellt wurde. Der Architekt, Dr. Bernd Billecke gab einige
Erläuterungen zur Gestaltung dieses Tores. Sie orientiert sich an die Architektur
der Kirche und wiederholt einige Elemente aus dem Giebel des Vorbaus. Aufgrund
der Größe setzt das Tor einen deutlichen Akzent, harmoniert jedoch
aufgrund der schlichten Eleganz und den abgestimmten Proportionen hervorragend
mit dem historischen Kirchengebäude. Durch den Standort des Tores wird
gleichzeitig auf den Verlauf der ehemaligen Klostermauer hingewiesen.
Anschließend lud der Freundeskreis zu einem Empfang ein. Die biologische Station Zwillbrock hatte hierfür freundlicherweise ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende Bernhard Becking hielt einen kurzen Rückblick auf die ersten 10 Jahre und zählte die Projekte des Freundeskreises auf, die mittlerweile mit Hilfe von Mitgliedern und Sponsoren verwirklicht werden konnten. Er freute sich, dass die Zahl der Mitglieder mittlerweile auf über 250 angestiegen ist.
Vredens Bürgermeister Hermann Pennekamp stellte
fest, dass der Freundeskreis inzwischen mehr Mitglieder als Zwillbrock Einwohner
hat. Er lobte das Engagement des Vereins und übergab dem Vorsitzenden ein
Präsent der Stadt. Vreden. Kreisdechant Wilfried Theissing bezeichnete
das Wirken des Freundeskreises als zukunftsweisendes Vorbild für andere
Gemeinden.
Den Gratulanten schlossen sich Pfarrer Ansgar Drees und der stellvertretende
Bürgermeister von Groenlo, Leo Huurnemann an. Herr Huurnemann hob die guten
Beziehungen der niederländischen Nachbarn zur Zwillbrocker Gemeinde hervor.
Viele Mitglieder des Freundeskreises stammen aus den Niederlanden und sind auch
im Vorstand vertreten. Zum Schluß dankte der stellvertretende Vorsitzende
des Kirchenvorstandes den Mitgliedern des Freundeskreises für das Engagement
um die Erhaltung der Kirche.
Neue Statue für die Kirche
Aus Anlass des Jubiläums hat der Freundeskreis darüber hinaus eine gotische Statue der heiligen Elisabeth von Thüringen erworben. Die Figur ist in diesen Tagen in der Kirche aufgestellt und gesichert worden.
Sie fügt sich auffallend gut in das bestehende Ensemble der vorhandenen gotischen Plastiken ein, sowohl unter formal künstlerischen als auch unter ikonologischen Aspekten. Interessant ist der Gegensatz zur ungefaßten Statue der Heiligen Katharina aus der Zeit der Renaissance sowie der Bezug zur farbig gefassten gotischen Madonna.
Die heilige Elisabeth (1207-1231, heiliggesprochen 1235) ist eine der wichtigsten Franziskanerheiligen. Gleich wie der heilige Franziskus (1182-1226, heiliggesprochen 1228) widmete sie ihr Leben nach dem Tod ihres Gemahls 1227 der Zuwendung zu den Armen und Hilfsbedürftigen. Sie war als Witwe in Marburg Tertiarin des franziskanischen Ordens.
Das bekannte Rosenwunder wurde erst in Darstellungen aus späteren Jahrhunderten thematisiert. In älteren Darstellungen, wie der neu erworbenen Skulptur aus der Zeit der Gotik wird sie häufig mit einem Korb mit Broten. Die Krone, das Gewand und das Zepter erinnern dabei an ihren Fürstentitel.
Literatur:
Peter Pfarl: "Christliche Kunst: Motive - Maler -
Deutungen", Graz; Wien; Köln : Verlag Styria, 1999
Hannelore Sachs; Ernst Badstübner; Helga Neumann: "Christliche Ikonographie
in Stichworten", München; Berlin : Koehler und Amelang, 1998